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Bildillustration

ROTARY hilft mit
Verhinderung von Noma

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Nachrichtenbild Die Hilfsaktion Noma wurde 1994 als gemeinnütziger Verein von einer kleinen Gruppe engagierter Bürger, allen voran Frau Ute Winkler-Stumpf, gegründet. Aufgrund der beschränkten finanziellen und personellen Mittel, und um wirksam und überschaubar helfen zu können, entschlossen sich die Mitglieder, die Arbeit ganz auf das Land Niger, eines der ärmsten Länder der Welt, zu konzentrieren.
Seit 2003 unterstütz der ROTARY Club Marc Aurel die Hilfsaktion Noma e. V. durch Mittelzuwendungen. So wurden beispielsweise Röntgen- und Intensivgeräten der Klinik in Niamey, eine Operationskampangen und die Anschaffung von Spezialnahrung finanziert.

Zur Hilfsaktion Noma e. V.

Teure Operationen in Europa

In den ersten Jahren wurden die von Noma betroffenen Kinder zu Operationen in europäische Kliniken gebracht, da die Infrastruktur vor Ort noch nicht ausreichend war. Dies war jedoch mit enormen Kosten verbunden und riss zudem die Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung. Nach oft mehrmonatigem Aufenthalt in Europa mussten sie sich im Anschluss erst wieder an das Leben in ihrer Heimat anpassen.

Aufbau der Infrastruktur in Niger

Deshalb entschloss sich die Hilfsaktion rasch, die nötigen Voraussetzungen für die Hilfe vor Ort zu schaffen und so Kosten gering zu halten und einen Kulturschock zu vermeiden. Dazu musste in Niger eine adäquate medizinische Infrastruktur aufgebaut werden. Benötigt wurden eine chirurgische Klinik für die Operationen sowie Sozial- und Krankenstationen, so genannte Kinderhäuser, in mehreren Regionen des Landes. Dort werden Patienten in allen Phasen der Krankheit erfasst, sie erhalten ausreichend Nahrung und Antibiotika, falls sie sich im akuten Zustand befinden. Von hier werden sie, wenn nötig, zur Operation in die 2002 von der Hilfsaktion eröffnete Klinik „La Magia„ in der Hauptstadt Niamey überwiesen, die auch die erste Radiologie-Abteilung des Landes beinhaltet.

Mittlerweile gibt es Kinderhäuser in Niamey, Tahoua, Maradi und Agadez, wo jedoch die Arbeit momentan durch die Auseinandersetzung zwischen Regierung und Rebellen nur sehr eingeschränkt stattfinden kann. Mindestens drei bis vier weitere Kinderhäuser werden dringend benötigt.

Mehr Hilfe durch Aufklärung und Prävention

Neben der Behandlung von Betroffenen und der Verabreichung von Medikamenten im Anfangsstadium der Krankheit setzt die Hilfsaktion seit 1997 zunehmend mit der Präventionsarbeit einen weiteren Schwerpunkt. So wird die Hilfe auf einen erheblich größeren Personenkreis ausgedehnt, da durch Aufklärungskampagnen oft der Ausbruch von Noma verhindert werden kann. Es sind bereits tausende Ärzte, Krankenpfleger, Lehrer, traditionelle Heiler, Dorfchefs und politische und religiöse Meinungsbildern aufgeklärt und als Multiplikatoren ausgebildet worden.

Traditionelle Methoden

Da viele nigrische Stämme nach wie vor körperliche Entstellungen, wie sie durch Noma entstehen, als Fluch betrachten und die Betroffenen aus Scham verstecken und verstoßen, war es besonders wichtig, dieses Tabu durch Aufklärungsarbeit zu brechen. Dabei mussten spezielle Konzepte entwickelt werden, da die Analphabetenquote von rund 80 Prozent der Bevölkerung eine Alternative zur schriftlichen Informationsübermittlung nötig machte.

Unter dem Motto „Nur Wissen macht handlungsfähig“ entwickelte die Hilfsaktion zusammen mit nigrischen Schauspielern ein traditionelles Theaterstück, in dem die Behandlung eines an Noma erkrankten Kindes durch einen traditionellen Heiler geschildert wird. Er schreibt den Namen der Krankheit auf eine Tafel, wäscht diese ab und lässt das Kind das Abwasser trinken. Danach schneidet er nekrotisches Gewebe aus der Wange heraus ein Verfahren, das für viele Noma-Patienten zum Tod führt. Dann tritt ein Außenstehender auf, der die Eltern über Noma und kostenlose Hilfsmöglichkeiten aufklärt und sie zu raschen Handeln auffordert.

Ausbildungszentrum für andere Länder

Die Präventionsarbeit wird mittlerweile auch durch mehrere Zentren unterstützt. In der Region Tahoua wurde 2006 ein Impfzentrum errichtet, um die Abwehrkräfte der Kinder zu stärken. Seit 2007 werden dort auch Kinder mit starker Unternährung behandelt. Dies geschieht auch im 2005 eröffneten Zentrum im Departement Loga und seit Juli 2010 auch in Dingazi in der RegionQuallam. 2009 wurde in Niamey ein neues Noma-Zentrum eröffnet, das Aufklärung, Prävention, Behandlung und soziale Reintegration vereinen soll und als Informations-, Trainings- und Ausbildungszentrum für andere westafrikanische Länder dienen soll.

Zusammenarbeit mit der Regierung

Die nigrische Regierung hat die Arbeit der Hilfsaktion anfangs sehr unterstützt, was die Hilfe erst möglich machte. Auch heute ist das Verhältnis zur politischen Führung des Landes gut. Mitarbeiter der Hilfsaktion erhalten regelmäßig Arbeitsgenehmigungen für Niger. Während die Hilfsaktion die Regierung über ihre Arbeit informiert und die notwendigen Erlaubnisse einholt, wird die Arbeit vor Ort jedoch völlig unabhängig geleistet.

Die offiziellen Noma-Zahlen der Regierung liegen jedoch weit unter den von der Hilfsaktion behandelten und registrierten Kindern.

Die Arbeit der Hilfsaktion in Zahlen (Stand 31.12.2009)

  • 2.091 Kinder wurden operiert, davon 88 Kinder in Europa
  • 28.265 unterernährte Kinder wurden zum Normalgewicht gebracht und so gegen Noma geschützt und
  • 37.229 Kinder wurden geimpft und somit auch gegen die Krankheit Noma gestärkt.

Mehr Informationen über die Arbeit der Hilfsaktion finden Sie im Internet unter

www.hilfsaktionnoma.de

Ute Winkler-Stumpf
1.Vorsitzende
Hilfsaktion Noma e.V.
Eichendorff Str. 39
930051 Regensburg
Tel. & Fax: +49(0)941/93684
E-mail: info@hilfsaktionnoma.de

Mittwoch, 14. Juli 2010/web536
Letzte Änderung: 14.07.10/web536


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